GESUNDHEITSBLOG

Unsere Fachgebiete sind unsere Leidenschaft, unser Wissen ist für Sie! Denn wir möchten es gerne mit Ihnen teilen. Im "Gesundheitsblog" erfahren Sie Wissenswertes, Interessantes und Spannendes rund um Gesundheit und Wohlbefinden, zusammengestellt von unseren MItarbeiterInnen.

FOLGE 49

15. Juni 2016

Reise zu der Königin der Blumen - Bulgarien und die Damaszener-Rose

von Bibiana Habernig

 

Das Rosenfeld in einem Seitental des „Rosentales“ im Herzen Bulgariens verströmte frühmorgens einen blumigen, angenehmen Duft, gewürzt mit einer Spur Süße. Einhüllend, betörend mit Suchtpotential eroberte uns die Damaszenerrose. Ausgerüstet mit einem 50 Liter Sack, der im biologischen Anbau verpflichtend findet ein Blütenköpfchen nach dem anderen seinen Weg dorthin.

 

Der biologische Anbau nimmt in Bulgarien einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Auf den ersten Blick wirken die Felder „verwildert“ – fast alles darf hier wachsen. Dadurch wird das ökologische Gleichgewicht erhalten und die Pflanzen sind robuster als  konventionell angebaute. Obwohl  diese Rosenstöcke langsamer wachsen und weniger Ertrag bringen, wenden sich immer mehr bulgarische Bauern dem biologischen Landbau zu. Das Bewusstsein für Natur, Mensch und Tier erobert auch hier die Köpfe der Menschen.

 

Die periodische Blüte verlangt den Pflückerinnen und Pflückern sehr viel ab. Täglich ab 4 Uhr Früh stehen sie auf den Feldern und ernten jene Blütenköpfe, die sich frisch öffnen und noch den Morgentau festhalten. Unmittelbar nach der Ernte, die ab 11 Uhr beendet ist, gelangt das Pflanzengut in die Destille zur Verarbeitung. „Jede Minute zählt“!

 

Für einen guten und ertragreichen Wuchs werden die Rosensträucher im Herbst auf einer Höhe von 20 cm geschnitten. Dieser Schnitt wird direkt neben der Mutterpflanze in die Erde gesteckt, mit Pflanzenmaterial abgedeckt und feucht gehalten. Wenn sie im nächsten Jahr wurzeln werden sie von der Mutter getrennt und auf anderen Feldern ausgepflanzt.

 

Die ausschließlich händische Ernte beginnt Anfang Mai und endet Mitte Juni.

2015 wurden in Bulgarien 35 000 ha  Rosenplantagen bewirtschaftet. Für ein Kilo ätherisches Rosenöl werden 3500 kg Rosenblüten benötigt. Die Witterung im Frühling und zur Ernte entscheidet über Qualität und Menge der ätherischen Öles.  18 – 22 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 60% sind optimale Voraussetzungen. Die Klimaveränderung stellt auch die Bauern in Bulgarien vor neue Herausforderungen. So war Bulgarien 2015 der weltweit größte Lavendelproduzent und hat somit  Frankreich überholt.

 

In den Destillen herrschen hohe Sicherheitsvorkehrungen – einerseits existieren streng getrennte Räumlichkeiten für die Produktion von „biologischen“ und „konventionellem“ Öl andererseits klettert der Preis des Rosenöls immer höher und stellt somit eine Wertanlage dar. Der aktuelle Preis von einem Kilogramm Rosenöl beträgt € 10,000.-!

Die Lagerung erfolgt in Tresoren  und wird unter strengen Sicherheitsvorkehrungen abgefüllt. Jede einzelne Destille ist verplombt und nur für bestimmte Personen zugänglich.

Neben dem Rosenöl werden Rosenwasser „Hydrolat“ und Rosen-„Absolue“ hergestellt.

Wunderbare Rosengelees und  Rosenliköre verwöhnen den Gaumen.

 

Die körperlich anstrengende Arbeit auf dem Rosenfeld und der Duft lässt Ruhe und Zufriedenheit  einkehren. Eine meditative Arbeit für gestresste Europäer um den Kopf frei zu bekommen. Für die vielen Pflücker ist die schwere Arbeit ein „notwendiges Muss“ für ein paar Euro am Tag.

 

Mehr über die Anwendung von Rosenöl, Rosenhydrolat und ihren Begleiter den Lavendel erfahren sie in unserer Schwerpunktwoche vom 20. 6. 2016 bis 25. 6. 2016.

 

 „Die Rose – Balsam für Haut und Seele“

Als  besonderes Gustostück erwartet sie Montag, Dienstag und Mittwoch eine kulinarische Rosenköstlichkeit zum Probieren.

 

WEITERFÜHRENDER TIPP:

Der bevor stehende Rosen – Workshop bei Bibiana Habernig

Samstag 9. Juli 2016 von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Pirzlweg 7, 9082 Maria Wörth

Beitrag: € 60,00

lädt ein sich in die Anwendungen der Rose zu vertiefen, eine Destillation zu erleben, sein persönliches Parfüm herzustellen und kulinarische „Rosenköstlichkeiten“ zu genießen.

 

Einladung liegt in Apotheke auf, weiter Infos finden Sie auf der Webseite von Biana Habernig.

FOLGE 48

26. Dezember 2015

Das Immunsystem (V): Selen

von Mag.a Alexandra Schier

 

Der Mikronährstoff Selen kommt in allen Zellen und Flüssigkeiten unseres Körpers in unterschiedlichen Mengen vor. Die höchsten Selenkonzentrationen finden sich in der Schilddrüse, der Niere, der Leber, der Milz, dem Herz und der Prostata. Selen ist ein essentieller Bestandteil vieler Enzyme und Proteine unseres Körpers. Leider ist die Versorgung mit Selen gerade in unserer geographischen Lage nicht ausreichend, da sich Österreich inmitten der nördlichen selenarmen Zone befindet. Besonders in Kärnten, Oberösterreich und Tirol herrschen selenarme Böden vor, die wiederum selenarme Lebensmittel liefern. Über die Ernährung genügend Selen zuzuführen ist daher nicht immer ganz einfach. Eine zu geringe Selenversorgung ist allerdings nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei Rindern, Schafen, Schweinen, Ziegen und Pferden zu beobachten.

 

Wozu braucht unser Körper Selen?

Wie eingangs schon erwähnt, ist Selen wichtiger Bestandteil vieler Enzyme. Ein selenabhängiges, für uns wichtiges Enzym, ist die Glutathionperoxidase. Sie dient der körpereigenen Radikalabwehr und macht mit Hilfe von Selen giftige Peroxide unschädlich. So wird sichergestellt, dass unsere Zellen, DNA und Gefäße von freien Radikalen geschützt werden.Auch im Schilddrüsenhormonstoffwechsel wird Selen benötigt. Dort sorgt es gemeinsam mit Jod, dass das aktive Schilddrüsenhormon Trijodthyronin gebildet werden kann. So kann eine Schilddrüsenunterfunktion nicht nur die Folge eines Jodmangels, sondern auch eines Selenmangels sein.

 

Für unser Immunsystem ist Selen ebenfalls essentiell.

Dieser Mikronährstoff ist an der Lymphozytenproliferation und somit an der Bildung der eigentlichen Abwehrzellen des Körpers (B-Zellen, T-Zellen, natürlichen Killerzellen) beteiligt. Krebspatienten leiden oft unter einem Mangel an Selen. Es kann das Zellwachstum beeinflussen und einer unkontrollierten Vermehrung bösartiger Zellen entgegenwirken.Daher ist gerade bei Krebspatienten auf einen adäquaten Selenstatus zu achten.

 

Auch bei der Fortpflanzung kommen wir ohne Selen nicht aus, da es maßgeblich an der Entwicklung und Beweglichkeit der Spermien beteiligt ist.Liefert der Blutbefund einen zu geringen Selenspiegel, sollte Selen abhängig vom aktuellen Selenstatus supplementiert werden. Zu beachten ist, dass die Einnahme nüchtern erfolgen soll. Wird gleichzeitig Vitamin C eingenommen, ist auf einen zeitlichen Abstand von mindestens 1 Stunde zu achten.

 

Als gute Selenlieferanten wären Paranüsse, Schweineniere, Schweineleber, Hering und Makrele zu nennen. Wobei Paranüsse den höchsten Selengehalt - 1917µg/100g - aufweisen. So könnte mit nur einer Nuss der Selentagesbedarf von ungefähr 90µg gedeckt werden.

 

FOLGE 47

6. Dezember 2015

Das Immunsystem (IV)

Darm und Immunsystem

von Mag.a Daniela Hipfl

 

In unserem Darm wird nicht nur ein Großteil der Verdauung abgewickelt, sondern er verfügt über das höchst-ausgebildete körpereigene Abwehrsystem, das in einer engen Verbindung mit unserem Immunsystem steht. Allein die Tatsache, dass sich 80 % der Immunzellen im Darm befinden, zeigt, dass sich eine geschwächte Darmflora auf die Stärke des Immunsystems auswirkt und umgekehrt. Diese gegenseitige Abhängigkeit der beiden Systeme erklärt sich dadurch, dass das Immunsystem alleine, ohne die Unterstützung der Mikroorganismen, unseren Körper nicht ausreichend schützen könnte und dass die Mikroorganismen selbst ohne die stetige Aktivität des Abwehrsystems nicht überleben könnten.Der Körper besteht nur zu 10 % aus Körperzellen und zu 90 % aus Bakterien – er stellt somit einen so genannten „Super-Organismus“ dar.

 

Unsere Darmbewohner erfüllen zahlreiche Aufgaben. Sie sorgen dafür, dass die Nahrung richtig verdaut und verwertet wird und Nährstoffe in den Körper aufgenommen werden können. Sie fördern den Aufbau der Darmschleimhaut und schützen sie gleichzeitig vor aggressiven Schadstoffen. Die Mikroorganismen verhindern, dass sich Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze in der Darmflora ansiedeln und folglich Infektionen auslösen können und sie versorgen die im Darm sitzenden Immunzellen mit wichtigen Informationen, damit Erreger gezielt bekämpft werden können.All diese Aufgaben können jedoch nur erfüllt werden, wenn der Darm mit den richtigen Bakterien besiedelt ist. Entscheidend ist auch, dass viele verschiedene Bakterien-Arten vorhanden sind, denn jeder Bakterienstamm hat im Darm eine andere, spezifische Aufgabe.

 

Billionen von Bakterien leben mit dem Menschen in Symbiose und stellen so ein natürliches Ökosystem dar, das als Darmflora oder auch Mikrobiom genannt wird. Ein ungesunder Lebensstil, falsche Ernährung, (Dauer-)Stress, Schlagmangel, die Einnahme von Arzneimittel wie beispielsweise Antibiotika oder Kortison uvm. stören dieses Gleichgewicht und es kommt zu einer Dysbiose – einer Fehlbesiedelung des Darms.Dadurch können pathogene Keime profitieren, sich leichter und schneller vermehren und so die Schleimhaut schädigen. Es kommt zu einem sogenannten „löchrigen Darm“ (leaky gut), durch den Giftstoffe, Toxine und andere Substanzen so direkt in den Organismus gelangen können. Auf Grund dessen kann es schließlich zu verschiedenen Entzündungsprozessen im Körper kommen.Erste Anzeichen dafür sind, Sodbrennen, Blähungen, Krämpfe im Magen-/ Darm-Bereich sowie stark, übelriechender Stuhl.

 

Folglich beginnt auch das Immunsystem zu schwächeln, da die Immunzellen im Darm nicht mehr richtig arbeiten können. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Entstehung von möglichen Hauterkrankungen, Pilzinfektionen, Allergien und anderen Erkrankungen, die auf eine gestörte Darmflora zurückzuführen sind.All das zeigt deutlich die Abhängigkeit der körpereigenen Abwehrkräfte von einer gesunden, einwandfrei funktionierenden Darmflora. Der regelmäßige Aufbau und die Harmonisierung unserer Darmflora, im Rahmen einer Darmsanierung, sind wesentliche Maßnahmen zur Stärkung unseres Immunsystems und damit Voraussetzung für unsere Gesundheit.

 

Im Zuge einer Darmsanierung werden gesunde, nützliche Darmbakterien zugeführt. Damit sich diese dauerhaft im Darm ansiedeln können, müssen zunächst mögliche schädliche Fäulnisbakterien sowie Ablagerungen, Giftstoffe und unverdaute Partikel entfernt werden. Dies kann in Form von Kräuter- und Pflanzenkonzentraten mit Mikroorganismen erfolgen sowie mit Enzymen, Fruchtextrakten, Mineralstoffen, Kieselerde oder Zeolith erfolgen. Dadurch verbessert sich das Darmmilieu.

 

Im Anschluss an eine Darmreinigung empfiehlt sich schließlich der Einsatz eines Probiotikums. Durch die Zufuhr von lebensfähigen Darmbakterien kann somit die Darmbarriere gefestigt und gestärkt werden. Zusätzlich ist der Einsatz von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sinnvoll, um für eine ausreichende Vitalstoffversorgung zu sorgen. Idealerweise sollte eine Darmsanierung inkl. Darmflora-Aufbau rund 3 – 6 Monate betragen.So wird gewährleistet, dass unser Körper genug Zeit hat, um wieder eine stabile Darmgesundheit herzustellen.

 

FOLGE 46

9. November 2015

Das Immunsystem (III)

Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte mit Schüßler Mineralstoffen

von Bibiana Habernig

 

„Hilfe, ich fange alles auf!“
Als Stärkungsmittel der allgemeinen Abwehrkraft und Fiebermittel gilt in der Biochemie nach Dr. Schüßler Ferrum phosphoricum. Die Nr. 3 Ferrum phosphoricum wird sowohl vorbeugend zur Stärkung der Abwehrkräfte, als auch bei allen Entzündungen und klopfenden, pochenden Schmerzen verabreicht. Eisen transportiert den Sauerstoff im Blut und unterstützt den Organismus Eisen aufzunehmen und zu speichern. Bei den ersten Anzeichen einer Erkrankungen sollte dieser Mineralstoff alle 3-5 Minuten eingenommen werden.

Nr. 4 Kalium chloratum ist ein wichtiges Schleimhautmittel und sollte bei beginnendem Husten sofort verabreicht werden. Dieser Mineralstoff zählt zu den wichtigen Entgiftungsmitteln in der Biochemie und wird bei allen weißlich, schleimigen Veränderungen benötigt. Dazu zählen schleimiger Husten mit weißen Auswurf, weißer Zungenbelag und das „Faden ziehen“ des Speichels. Ein gesteigerter Konsum von Milch und Milchprodukten erfordert im Stoffwechsel eine erhöhte Gabe von Kalium chloratum. Ist der Körper nicht in der Lage die anfängliche akute Entzündung zu bekämpfen, breitet sich das Krankheitsgeschehen im Körper aus. Diese Entzündungen gehen mit einer vermehrten Schleimproduktion einher. Kennzeichen sind weißliche Schleimabsonderungen wie beim Husten.

Um Erkältungen gut vorzubeugen muss der Körper eine gute Thermoregulation besitzen. Diese erhält er durch den Mineralstoff Nr. 8 Natrium chloratum. Weiters beeinflusst Natrium chloratum das Durstgefühl und das Vermögen zu schwitzen. Die  Eigenschaft dieses Mineralstoffes in Zusammenarbeit mit Kalium chloratum reinigt das Gewebe, wodurch die Infektanfälligkeit herabgesetzt wird. Ein eingeschränkter Geruchs-, und Geschmackssinn, der nach Erkältungen auftreten kann, verlangt nach Natrium chloratum. Er stärkt die Geschmacksknospen der Zunge, die Riechzellen der Nasenschleimhaut und fördert so die Weiterleitung der Sinnesreize.

Gute Abwehrkräfte verlangen eine starke Lymphe. Natrium phosphoricum Nr. 9 entlastet die Lymphe, der Zellstoffwechsel wird aktiviert, da Übersäuerungstendenzen abgefangen werden. Wird ein  Säureüberschuss in der Zelle nicht mehr ausreichend abgebaut, verändert sich der pH-Wert und die Energiebereitstellung sinkt. So reichern sich Säuren im Gewebe an und Erreger finden einen idealen Nährboden um sich zu vermehren. Zur Stabilisierung des Säure-Basen-Haushaltes ist eine langfristige Anwendung von Natrium phosphoricum und Natrium chloratum notwendig.

Zincum chloratum Nr. 21 aktiviert unterschiedliche Abwehrsysteme im Körper, stärkt die Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit und besitzt antivirale Eigenschaften.


Selenium Nr. 26 fördert die Immunantwort, schützt die Zellen und stärkt dadurch den Immunhaushalt.
Diese Mischung „ZELLIMMUFERRIN“ unterstützt Kinder und Erwachsene mit einer allgemein geschwächten Abwehrkraft und besonders nach Operationen, schweren Erkrankungen und wenn man „alles auffängt“. Im Anfangsstadium von Kinderkrankheiten, grippalen Infekten mit Fieber bis 38,5 Grad. Steigt das Fieber muss entsprechend mit Kalium phosphoricum Nr. 5 unterstützt werden.


Wird die Infektanfälligkeit von Appetitmangel begleitet sollte die Immunmischung mit Calcium phosphoricum Nr. 2 und Kalium phosphoricum Nr. 5 ergänzt werden. Die Tabletten lässt man langsam im Mund zergehe -  anfangs alle 10 Minuten 1 Tablette bei Besserung halbstündlich. Für kleine Kinder können die Tabletten mit wenig Wasser zu einem Brei verrührt werden. Bei entsprechenden Bedarf steht die Antlitzanalyse zur Verfügung um auf individuelle Bedürfnisse genau eingehen zu können.

 

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FOLGE 45

19. Oktober 2015

Das Immunsystem (II)

Mikronährstoffe

von Mag.a Alexandra Schier

 

Das Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle bei der Gesunderhaltung unseres Körpers. Seine Aufgabe besteht darin, den Organismus täglich vor schädlichen äußeren Einflüssen wie z.B. Bakterien, Viren und Pilzen zu schützen. Außerdem ist es maßgeblich an der Wundheilung beteiligt. Das Immunsystem soll angemessen reagieren. Weder eine Unterfunktion, die oft eine vermehrte Infektanfälligkeit nach sich zieht, noch eine Überfunktion, wie sie bei Autoimmunerkrankungen oder chronischen Entzündungen vorkommen, sind erstrebenswert.

 

Um seine zahlreichen Funktionen erfüllen zu können, ist dieses hoch komplexe Immunsystem immer auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und auch Aminosäuren angewiesen. Hauptgrund für den weit verbreiteten Mangel an Mikronährstoffen ist bekanntlich der zu geringe Verzehr von Obst und Gemüse. Doch selbst wer die empfohlene Menge an Obst und Gemüse zu sich nimmt, kann dennoch in einen Mikronährstoffmangel geraten. Die Kultivierung in Treibhäusern und überstrapazierte Böden sowie lange Liefer- und Lagerungszeiten bedingen, dass die konsumierten Nahrungsmittel nicht mehr so gehaltvoll wie früher sind. Häufiges Zeichen eines durch Mikronährstoffmangel geschwächten Immunsystems ist eine gesteigerte Erkältungsanfälligkeit. Erwachsene leiden etwa zwei- bis viermal pro Jahr an einer Erkältung, Kinder sechs- bis zehnmal. Ursache der meisten Erkältungskrankheiten ist eine Infektion mit Rhinoviren aus der Familie der Picornaviren. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion (höflich gemeinter Händedruck!). 

 

Einige für das Immunsystem wichtige Vitamine und Mineralstoffe:

 

Vitamin C ist das wichtigste wasserlösliche Antioxidans. Es fördert die zelluläre und humorale Immunantwort (Steigerung der Antikörperproduktion) und verlängert die Funktionsdauer der Immunzellen. Vitamin C beschleunigt den Abbau von Histamin, welches einen wesentlichen Anteil am Entstehen der Erkältungssymptome hat. Bei oraler Applikation wird Ascorbinsäure teilweise schon über die Mundschleimhaut aufgenommen. Durch eine steigende Einzeldosis sinkt die Bioverfügbarkeit. Daher macht es Sinn, die Einnahme der gesamten Vitamin C Dosis gleichmäßig auf den Tag zu verteilen.

 

Vitamin E: ältere Menschen brauchen eine erhöhte Aufnahme von Vitamin E um die Funktionen des Immunsystems aufrecht zu erhalten und die zelluläre Immunantwort zu fördern. Es vermindert die Bildung und Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe und schützt dessen Zellmembranen vor freien Radikalen.

 

Vitamin A ist wichtig für die richtige Entwicklung und den Schutz von Haut und Schleimhaut – die erste Abwehrbarriere  für Bakterien. Es schützt die Epithelzellen der Schleimhaut vor der Verhornung und verhindert so das Eindringen von Krankheitserregern. Die Aktivität verschiedener Immunzellen (der Makrophagen, der natürlichen Killerzellen, der B-Lymphozyten) und die Antikörperbildung werden durch Vitamin A gesteigert. Ein Mangel an diesem Vitamin kann die Infektanfälligkeit der Atemwege erhöhen.

 

Vitamin D ist ein Immunmodulator, der insbesondere eine Überreaktion des Immunsystems verhindern kann. Vitamin D wird für die richtige Entwicklung der Immunzellen benötigt. Gerade in den Wintermonaten kommt es bei uns häufig zu einer Unterversorgung mit diesem Vitamin.

 

Vitamin B6: Liegt ein Vitamin B6 Mangel vor, ist die Immunabwehr geschwächt. Dieses Vitamin ist für die Bildung der Antikörper und die zelluläre Immunität verantwortlich.

 

Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine. Im Körper wird sie mit Hilfe von Vitamin C und Vitamin B12 zu Tetrahydrofolsäure (THF) reduziert. Ein Mangel an Folsäure kann aufgrund einer Reduktion der Antikörpersynthese zu einer unzureichenden Bildung neuer Immunzellen führen.

 

Zink: Dieser Mikronährstoff spielt eine bedeutende Rolle für das Wachstum und die Entwicklung des Organismus, sowie für ein einwandfreies Funktionieren des Immunsystems. Zink ist unter anderem am Energiestoffwechsel, Proteinauf- und –abbau, der Nukleinsäurebiosynthese, am CO2 Transport und an der Stabilisierung von Proteinen beteiligt. Liegt ein Zinkmangel vor, kommt es zu einer deutlichen Verminderung der zellulären Immunität und der Antikörperproduktion. Die Fähigkeit der Fresszellen (Macrophagen) Parasiten bzw. Krankheitserreger zu vernichten ist reduziert. Daraus resultiert eine erhöhte Anfälligkeit für Virusinfekte und allergische Erkrankungen.

 

Selen ist ein wichtiger Bestandteil der Glutathionperoxidase, welche schädliche, freie Radikale in unserem Körper bekämpft. Unser Organismus benötigt Selen für die Antikörperproduktion und stimuliert die Aktivität der natürlichen Killerzellen sowie die Bildung von Cytokinen (=Botenstoffe des Immunsystems).

 

Kupfer ist ein essenzieller Bestandteil von Metalloproteinen und Enzymsystemen unseres Körpers. Ein Mangel an Kupfer führt außerdem zu einer Verminderung der weißen Blutkörperchen.

 

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Vitamine C und E, sowie die Mikronährstoffe Zink und Selen direkt auf das Immunsystem wirken. Bei einer Unterversorgung, wie sie durch mangelhafte Ernährung entstehen kann, aber auch bei erhöhtem Bedarf durch chronische oder akute Erkrankungen ist daher eine Supplementierung sinnvoll.

FOLGE 44

26. September 2015

Das Immunsystem (I)

von Dr. Herbert Fellner

 

Zur Abwehr potenziell schädlicher Stoffe, wie z. B. Krankheitserregern, verfügt das Immunsystem unseres Körpers  über unspezifische (angeborene) und spezifische (adaptive) Abwehrmechanismen. Die unspezifische Abwehr kann einen Fremdstoff ohne vorherigen Kontakt unschädlich machen, während die spezifische Immunabwehr erst nach einem Erstkontakt mit der Bildung von Abwehrstoffen (Antikörpern) beginnt. Prinzipiell arbeiten beide Systeme getrennt voneinander, können aber durch Zusammenarbeit ihre Effizienz steigern. Da an der Immunabwehr eine Vielzahl an spezialisierten Zelltypen und Botenstoffen beteiligt sind, werden im Folgenden nur exemplarisch einige wichtige Abwehrwege besprochen.

 

Alle Immunzellen haben ihren Ursprung in bestimmten Stammzellen des Knochenmarks. Die weitere Entwicklung der Immunzellen findet dann im Knochenmark selbst bzw. im Thymus (T-Lymphozyten) statt.

 

Unspezifische Abwehr:

Bestimmte Gruppen von weißen Blutkörperchen (Leukozyten), wie z.B. die Makrophagen, können aus den Blutgefäßen auswandern und im Bindegewebe, aber auch in Leber und Milz angetroffen werden. Makrophagen sind Fresszellen, die nach Aufnahme von Krankheitserregern diese mit Hilfe von Enzymen unschädlich machen. Eine weitere wichtige Gruppe der unspezifischen Abwehr stellen die Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) dar, die Virus-infizierte Zellen und Krebszellen zerstören.

 

Spezifische Abwehr:

Wie der Name bereits sagt, sind die Mechanismen der spezifischen Abwehr jeweils nur gegen einen bestimmten Fremdstoff (als Antigen bezeichnet) gerichtet. Eine zentrale Rolle spielen dabei Lymphozyten, die ihre Ausreifung im Knochenmark (=bone marrow) erfahren und daher als B-Lymphozyten bezeichnet werden. Empfindet der Körper ihm zugeführte Substanzen als „fremd“ (antigen), bildet er dagegen spezifische Abwehrstoffe, sogenannte „Antikörper“. Durch die Bindung des Antigens an den Antikörper wird dieses „neutralisiert“. Bei Bakterien kommt es zu deren Auflösung, Gifte werden abgebaut.

 

Antikörper werden als Immunglobuline bezeichnet und bestehen aus Glykoproteinen (Verbindungen von Zuckern mit Eiweißen). Die Bindung eines Antigens an einen Antikörper erfolgt nach dem „Schlüssel-Schloss“-Prinzip. Damit wird auch klar, dass diese Reaktionen hochspezifisch sind.

 

 

 

Neben den B-Lymphozyten gibt es auch T-Lymphozyten, die im Thymus ihre volle Funktionsfähigkeit erhalten. Diese tragen ihre antigenerkennenden Strukturen auf deren Zelloberfläche, die ebenfalls spezifisch auf bestimmte Antigene hochselektiv reagieren und diese durch Bindung unschädlich machen.

 

Es sei noch erwähnt, dass noch eine ganze Reihe von Zellen am funktionstüchtigen Immunsystem beteiligt sind,  wie z.B. Dendritische Zellen,  TH1- und TH2-Zellen. Außerdem spielen sogenannte Immunmodulatoren, die für Stimulation und Inhibierung immunologischer Reaktionen verantwortlich sind, eine entscheidende Rolle. Dabei handelt es sich zumeist um körpereigene Eiweißstoffe.  Beispielhaft erwähnt seien hier sogenannte Interleukine und Interferone. Erst das Zusammenwirken aller Komponenten führt im Regelfall zu einem ausbalancierten und effektiven Arbeiten des Immunsystems. Anhand der angeführten Beispiele wird aber auch deutlich, dass bei Störungen dieser Abläufe die Grundlagen für Fehlfunktionen im Körper gelegt sind, wie z.B. Autoimmunerkrankungen,  Krebs oder Allergien.